Willkommen



Im Labor:
Wissenschaftler bei ihrem Abschlussbericht.

In der Bar
Nachwuchswissenschaftler werden in einer Bar belauscht.

Junge Wissenschaftler
Jasmin Becker und Samuel Zinn (Hauptdarsteller)

Stasi-Verhör
Dr. Seelig beim Stasi-Verhör.

Nach den Sternen gegriffen

40 Jahre Realschule Karlsbad - begeisterte Resonanz auf Musical „Nanoaktiv“

Singende Wissenschaftler in Weißkittel, dunkle Gestalten, hüpfende Nanos, Klatschbasen, Familienidylle, Schulküche, Baratmosphäre, Gefängnis, eingehende Rhythmen, Agenten, Moral und Liebe. Das sind die Zutaten für „Nanoaktiv“, der ersten Musicalproduktion der Realschule Karlsbad, die vor vollem Haus Premiere feierte. Keine Musicalgrößen, sondern Realschüler gestalteten einen Kunstgenuss auf hohem Niveau. Die spannende Geschichte, gespickt mit Situationskomik wurde durch jugendliche Unbekümmertheit in Perfektion umgesetzt. Was dem Publikum im Musiksaal geboten wurde war einfach Klasse. Es hatte seinen besonderen Reiz die „Künstler“ zu beobachten wie sie temperamentvoll und gestenreich ihre Rollen verkörperten. Das Stück, geschrieben von Realschullehrerin Iris Mörmann, spielt in den 70iger Jahren als der kalte Krieg in vollem Gange war. In einem geheimen Militärlabor ist es gelungen, künstliches Leben zu erzeugen. Es sind Mikroorganismen (Nanos), die sich zielgerichtet bewegen können. Diese Nanos sollen zur tödlichen Waffe aufgerüstet werden, um „den Feind“ zu schwächen. Moralische Bedenken veranlassen zwei junge Wissenschaftler die Pläne des Militärs zu hintertreiben. Wird dieses gefährliche Unterfangen gelingen? Vorweg genommen: Ja, es gibt ein Happy End.

In einem geheimen Labor sind die Wissenschaftler bei ihrem Abschlussbericht. Da kommt ein sowjetischer General und fordert von Professor Lüdenscheid unmissverständlich die Produktion der tödlichen biologischen Waffe. Vom Gewissen geplagt hecken die zwei Wissenschaftler in der Bar einen Plan aus, der - weil Liebe bekanntlich blind macht – aufflog. Wegen Hochverrats landete die Wissenschaftlerin im Gefängnis. Ihr Freund und Kollege konnte fliehen und erhielt von einer Redakteurin eines Hamburger Nachrichtenmagazins Unterstützung. Die Idee mit der harmlosen Variante von Nanos wird umgesetzt und es dauert nicht lange bis die kleinen Schleimer sich über das Wasserversorgungssystem in der Schulküche, im Badezimmer des Professors und im Schlafzimmer der Familie Müller „schlüpfrig“ bemerkbar machen. Darüber tuscheln die bösen Nachbarinnen. Die Rettung des Professors, die Befreiung der Wissenschaftlerin und die Verhaftung des Generals brachten schließlich Glück und Freiheit und alle sangen „Wir greifen nach den Sternen und erbau’n ne neue Welt…“ Unter der Regie von Kathrin Willging und Iris Mörmann glänzten die Darsteller durch schauspielerische, tänzerische und gesangliche Leistungen. Den musikalischen Teil einschließlich der Gesangstexte steuerten Stefan Bertsch und Mathias Schulz, für die Fächer Musik verantwortlich, bei. Über 50 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 5 bis 10 waren beteiligt. Die ganze Schule arbeitete dieser ersten Musicalproduktion zu. Das Teamwork entwickelte eine Eigendynamik. „Alles handgemacht, darauf sind wir stolz“, brachte Schulleiter Jürgen Haller zum Ausdruck. Es schien als seien die Rollen den Akteuren auf den Leib geschrieben. Neben den „Schulkindern“, den „Nanos“ (Wir vermehren uns immer schneller, kriechen durch alle Keller…) und den „Nachbarinnen“ glänzten die Hauptdarsteller. Samuel Zinn als Dr. Henze oder Jasmin Becker als Dr. Seelig, die als Duett „Ist es wirklich Liebe…“ harmonierten. Tiffany Erndwein brillierte mit ihrer Swing-Stimme beim Barsong „Warwick Avenue“. Schließlich wussten Patrick Nagel als General, Marc Subenieks als Professor Lüdenscheid nebst Gattin Julia Polzer, Lisa-Maria Löffler und Ivana Schäfer als Conference ebenso zu überzeugen wie die Stasimitglieder, die Weißkittel, Familie Müller, Laura Becker als Lehrerin, die Schulkinder, Nachbarinnen und Nanos. Großes Musical auf kleiner Bühne kam auch durch das Bühnenbild, die Tontechnik, die Bildprojektion, die Requisite  und das Outfit zum Ausdruck. Der Lohn für das musikalische Feuerwerk an der Realschule war nicht enden wollender Beifall eines begeisterten Publikums.  

Text: Hr. Bach/BNN
Fotos: RS Karlsbad